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Eine Stufe tiefer

Wer ist das „echte“, „authentischste“ und „emotional riefe“ Du? Und was bedeuten „echt“, „authentisch“ und „emotional reif“ eigentlich? Was hat emotionale Reife mit wirklicher Selbstachtung zu tun? Und gibt es letztlich einen allgemeingültigen Weg, der uns dorthin führen kann, Zuständen der Echtheit und Authentizität einer emotionalen Reife zu erschaffen, die sich immer weiter vertiefen? Genau dies wird als EBE oder Erleuchtung des Emotionalkörpers angeboten, der Erleuchtungspraxis des menschlichen Emotionalkörpers von Theohumanity.

Nur die Bereitschaft, der ganzen Realität unserer Schmerzen zu begegnen und ihn wirklich zu erleben, führt uns zur tiefsten Erfahrung von Freude und Glück - eine zeitlose Erkenntnis, die in unseren modernen, psychologischen Modellen meist vergessen wird. Viele psychologische Strömungen behaupten sogar das Gegenteil - nämlich das es völlig überflüssig ist, in die Tiefen unserer emotionalen Schmerzen hinab zu tauchen um zu „heilen“.

Aber wie Gibran sagte: ‚Ist nicht der Becher, der unseren Wein enthält, ursprünglich im Ofen des Töpfers gebrannt worden?’ Die Verwirrung dreht sich um die Frage, was genau „Heilung" ausmacht. In einer Gesellschaft, in der es immer mehr um Spaß und die sofortige Befriedigung aller Bedürfnisse geht und der Eile, die Symptome unserer Schmerzen zu lindern, ist es in Vergessenheit geraten, dass die Abwesenheit von Negativem nicht gleichzeitig das Vorhandensein von Positivem bedeutet. Einfach den Grad unseres bewussten Schmerzes und Leids zu reduzieren, indem wir uns entscheiden uns nicht auf diesen Schmerz einzulassen, Drogen oder Medikamente zu nehmen oder ihn durch verhaltenstherapeutische, philosophische, mentale oder selbst spiritualisierte Methoden zu überdecken, wird nie damit äquivalent sein zu lernen, wie man einen sich immer weiter vertiefenden Zustand der Freude, emotionalen Reife und authentischen Selbstwertes erschafft.

Therapieformen die lehren, dass psycho-emotionale Tiefenarbeit in kognitiven Lösungen, im Transzendieren unserer negativen Gefühle, in der kontrollierten Veränderung unserer Verhaltensmuster, östlich/meditativen Bewusstseinserweiterungen, stimmungsverändernden Drogen oder Mischformen der New-Age-Bewegung zu suchen ist, können für eine gewisse Zeit ein wenig den Druck aus den äußeren Symptomen unserer Qualen nehmen, aber sie werden uns niemals ermöglichen in die wirklichen Tiefen unseres Potenzials vorzudringen, weil sie immer einen Bogen um die tiefste Ursache unserer Konflikte machen und diese deshalb nicht heilen können. Keiner dieser allgemein akzeptierten Therapie-Ansätze bringt uns dazu, mit der Realität unserer tiefsten, verborgenen Ängste umzugehen - sie verlängern nur den Weg aus dem Tal heraus, auf den wir uns begeben müssen wenn wir uns eines Tages wirklich heilen wollen.

EBE basiert auf der Idee, dass die Voraussetzungen dafür, dass Kinder ausreichend Liebe und emotionale Nahrung erhalten davon abhängt, ob sie fühlen können, dass ihre Bezugspersonen sie in dem fühlen können was sie fühlen, während sie es fühlen - eine unsichtbare Sprache emotionaler Verbundenheit, über die das Kind fühlt, dass die Bezugspersonen es auf einer tiefen Ebene „begreifen“, lange bevor ihre innere Wahrheit sich als äußere Verhaltensweisen manifestieren. Wenn diese Dynamik fehlt, setzt dieser Mangel den Samen für die spätere Unfähigkeit emotionale Traumata aus der Kindheit zu verarbeiten, so dass sie bis ins Erwachsenenalter mitgetragen werden und die Grundlage für jede Menge problematische Suchtmuster; Kompensationsmechanismen und unerfüllte Potenziale bilden.

EBE betont, dass die Sprache einer emotional mitschwingenden Verbindung - die Kinder von ihren Bezugspersonen brauchen - durch einen Umstand erschwert wird: den Mangel emotionaler Reife der Eltern. EBE definiert emotionale Reife als eine Übereinstimmung zwischen unserem inneren, emotionalen Zustand und dessen Ausdruck im Außen. Dieser Zustand lässt sich nicht einfach herstellen, weder durch eisernen Willen, noch durch eine neue Geisteshaltung oder durch intellektuelle, philosophische und spirituelle Mittel - und auch nicht durch Chemikalien wie Medikamente. Emotionale Reife ist ausschließlich durch die schrittweise Heilung des Emotionalkörpers möglich, so dass das unauthentische, Strategische Selbst - das automatisch existiert, bis emotionale Reife erlangt ist - langsam aber sicher unserem Authentischem, unter der Oberfläche begrabenen Selbst weichen kann.

Unser Strategisches Selbst dagegen, also die Person, als die wir uns in unserer gegenwärtigen Version des Selbst erleben – verhindert diese Kongruenz zwischen innerer und äußerer emotionaler Wahrheit. Es stutzt das zurecht, was wir wirklich sind und was wir in Wahrheit von Moment zu Moment fühlen. Und bringt dies in eine Form, in der wir auf strategische Weise versuchen, im Leben Ablehnung und Schmerz zu minimieren und Liebe und Anerkennung zu maximieren. Diese Strategie haben wir in der Kindheit gelernt, in der wir uns die von uns wahrgenommenen, persönlichen und strategischen Formen des Selbstseins unserer Bezugspersonen eingeprägt haben. Diese Strategie um im Leben das zu bekommen, was wir meinen zu brauchen, ist so allgemein anerkannt, dass die Essenz und Wirkung dieses Vorgehens unsichtbar bleibt; selbst für die scharfsinnigsten psychologischen, philosophischen, soziologischen, anthropologischen und spirituellen Paradigmen der menschlichen Beschaffenheit, die seit Jahrhunderten danach strebten, die Ursache unseres Leidens zu diagnostizieren und es zu lindern.

Viele Experten übersehen die offensichtliche Wahrheit, dass das Leiden in seiner Beschaffenheit immer emotional ist. Diese Erkenntnis führt auch zu dem Schluss, dass unser Leiden nur auf emotionale Medizin reagieren kann und nicht auf kognitive, verhaltens- und einstellungstechnische, philosophische, chemische oder transzendentale Medizin, die so lange gegen das Leiden verschrieben wurde. Statt einer allopathischen, kognitiven, verhaltenstechnischen, philosophischen oder transzendentalen Medizin, brauchen wir für unser emotionales Leiden eine homöopathische und emotionale Medizin. Wenn solche allopathischen Mittel uns transformieren könnten, dann hätten sie nach all den Jahren ihrer Verwendung bis jetzt doch greifen müssen. Da dies aber bis heute nicht der Fall ist, muss in diesen Ansätzen also etwas Zentrales fehlen.

Was fehlt ist zweierlei: einmal die Erkenntnis bezüglich des Strategische Selbst und seiner Macht über uns; und zum anderen das Wissen um die Architektur des Emotionalkörpers, der sich stromaufwärts der mentalen und physischen Körper befindet. Laut EBE befindet sich unser Emotionalkörper zwischen dem spirituellen auf der einen und dem mentalen sowie physischen Körper auf der anderen Seite. Deswegen können selbst „stromaufwärts" gerichtete spirituelle Bemühungen nie wirklich die Wurzel unseres Leidens berühren, weil sie die Ursache entweder umgehen oder unseren Emotionalkörper vollständig ignorieren. Denn wer glaubt, dass emotionales Leiden durch spirituelle Praxis transzendiert werden kann, der kümmert sich natürlich nicht um eine Heilung im Emotionalkörper.

Somit ist das Strategische Selbst der Kern des Problems. Und es erklärt auch, warum wir uns einfach nicht der Tatsache bewusst waren, dass eben jenes Selbst - das versucht psychologische, intellektuelle, philosophische, soziologische, anthropologische, medizinisch-chemische, verhaltenstechnische oder spirituelle Maßnahmen oder Linderungen für unser Leiden zu entwerfen – die eigentliche Ursache für das Leiden ist; weil eben dieses Selbst das ungeheilte, Strategische Selbst ist, das auf unsichtbare Weise in den Erfindern all dieser anderen, paradigmatischen Ausdrucksweisen verankert ist – spirituelle Meister mit eingeschlossen. Das ist die wirkliche Erklärung dafür, warum die Symptome unserer andauernden, emotionalen Stauung immer wieder zurückkehren, egal wie sehr wir versuchen sie mit diesem oder jenem zu behandeln.

Die Entthronung unseres Strategischen Selbst und dessen Ersetzen durch unser emotional reifes und Authentisches Selbst in EBE, bedarf also sowohl eines klaren Bildes der Architektur des Emotionalkörpers, als auch eines Interventionsprozesses, der auf eben diesem Bild beruht und uns erlaubt, unser Leiden im emotionalen Bereich wirklich zu heilen, statt es nur zu behandeln.

Praktisch keine psychologische oder philosophische Theorie, die sich mit der Erziehung von Kindern beschäftigt hat erkannt, dass der Schlüssel zur Erziehung die Authentizität der Eltern ist. Sie richten den Fokus statt dessen auf die Absichten und Handlungen der Eltern und nicht auf den Zustand ihrer emotionalen Reife. Das liegt unter anderem daran, dass es bis heute in der Psychologie keine klaren Kriterien dafür gibt was emotionale Reife ausmacht. Sie wird auch nicht als klares Ziel der Therapie formuliert, weshalb auch kein Weg beschrieben wird, der dorthin führt.

Gemäß EBE hat eine wirkliche Erziehung der Kinder fast nichts damit zu tun was die Eltern tun oder nicht tun, sondern mehr mit der Übereinstimmung zwischen dem was Eltern innerlich empfinden und der Form in der sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen.

Kinder kommen authentisch auf die Welt. Sie haben eine hundertprozentige Kongruenz zwischen dem was sie innerlich fühlen und dem was sie nach außen hin ausdrücken. Darum können sie die eigentlichen Gefühle ihrer Eltern oft sehr viel besser aus deren Verhalten herauslesen, als die Erwachsenen selbst. Unauthentisches Verhalten spüren Kinder sofort. Doch hat kaum einer von uns Eltern gehabt, die äußerlich ihre wirklichen Gefühle des Schmerzes, der Angst, Wut, Kontrolle, Depression, Scham, Selbstkritik und der Stimme ihrer emotional tief verwurzelten Verteidigungen zugeben oder zum Ausdruck bringen. Statt dessen erleben Kinder, dass diese Gefühle auf strategische Weise zurückgehalten werden und gar nicht oder nur auf kompensatorischen Weise von ihren Bezugspersonen zum Ausdruck gebracht werden.

Wenn ein Kind zum Beispiel den Schmerz einer Bezugsperson fühlt, wird es meistens erleben, dass dieser Schmerz verleugnet und statt dessen als Ängstlichkeit oder Wut ausgedrückt wird. Oder sie fühlen, dass ein Elternteil Wut empfindet, die aber als Kontrolle oder Depression Ausdruck findet, da die Bezugsperson unfähig oder nicht bereit ist, ihre reine Wut dem wahren Grund gegenüber zu zeigen. Stattdessen wird sie an irgendeinem auslösenden Geschehen oder Person ausgelassen.

Da Kinder emotional so durchlässig sind, absorbieren oder internalisieren sie die nicht zum Ausdruck gebrachten oder unbewussten, emotionalen Themen, die unverdaut im Emotionalkörper der Eltern liegen. Sie fühlen also bis zu einem gewissen Punkt die Gefühle für ihre Eltern, bis sie sie selber unterdrücken müssen um weiter funktionieren zu können. Und so setzt sich der Kreislauf fort, in dem das Authentische Selbst verloren geht und vom Strategischen Selbst ersetzt wird – Generation für Generation. Diese nicht zum Ausdruck gebrachten oder unbewussten, emotionalen Themen der Bezugspersonen, die die Kinder internalisieren, werden dann zu einer emotionalen Last, die sie zu tragen lernen, bis sie kompensatorische Verhaltensweisen finden müssen, um dieses Gewicht erträglich zu machen.

Anders gesagt erleben Kinder ihre Eltern nicht als Wesen, die sich authentisch äußern. Sie erleben sie als Menschen, die über das was sie fühlen verwirrt sind; sich für ihre wirklichen Gefühle schämen; sich schuldig fühlen, wenn sie ihre wahren Empfindungen ausdrücken oder keine Ahnung haben, wie sie ihre inneren Gefühle nach außen bringen sollen. Kinder fühlen sehr genau was ihre Eltern fühlen, während sich diese ihrer Gefühle bei weitem nicht so klar sind und wenn doch, dann geben sie es nicht zu oder können es nicht authentisch ausdrücken. Diese Diskrepanz macht die Realität oder das Leben generell extrem unsicher für die Kinder.

Das hat weitreichende Folgen für die Entwicklung der Kinder. Wenn sie nicht erleben können, dass ihre Eltern authentisch und kongruent ausdrücken können, was sie innerlich erleben - dann können sie auch nicht fühlen, dass sie von ihren Eltern wirklich gefühlt werden. Denn Kinder sind Wesen mit authentischen Gefühlen und deren kongruentem Ausdruck.

Wenn Kinder also nicht erleben, dass Ihre Eltern im Außen ausdrücken, was sie im Innen fühlen, dann ist das gleichbedeutend mit der Botschaft an die Kinder, dass es nicht sicher ist, die eigene, emotionale Wahrheit zu fühlen, sie zuzugeben oder sie auszudrücken. Da EBE davon ausgeht, dass unser wirkliches Sein immer an erster Stelle eine Funktion der Gefühle ist und nicht dessen was wir wissen oder wie wir uns verhalten, fühlen sich Kinder auf Ebene der unsichtbaren und tiefenemotionalen Schwingungsverbundenheit mit ihren Eltern verlassen, betrogen und zurückgewiesen. Statt dessen lernen sie, diese Schmerzen zu unterdrücken und jemand anderer zu werden als sie wirklich sind. Das erfordert die Entwicklung strategische Verhaltensweisen, die ihnen mehr Zuwendung und Anerkennung von Ihren Eltern bringt. Und Verhaltensweisen, die ihnen Ablehnung oder Bestrafung eingebracht haben, werden entsprechend minimieren.

Das Ergebnis ist eine sehr unnatürliche und strategisch ausgerichtete Form eines unauthentischen Selbst, das den meisten von uns bis ans Ende unseres Lebens erhalten bleibt und dazu führt, dass wir mit praktisch nichts im Leben eine gesunde Beziehung aufbauen können. Das ist der wahre Grund für das Leiden der Menschheit auf dieser Welt. Das Strategische Selbst analysiert, filtert, verzerrt und bewertet als Urheber unserer Lebenswahrnehmungen unablässig die hereinkommenden Daten. Damit ist es selbst der Urheber und Verursacher unseres Leidens, kreiert praktisch eine sich selbst bestätigende Prophezeiung des Leidens und Ideen zur Heilung gleich mit dazu. Wobei letztere ihr Ziel natürlich nie erreichen können.

Die Beziehungen des Strategischen Selbst drehen sich um drei Hauptmodalitäten, die wir alle von unseren dysfunktionalen Familien und Kulturen gelernt haben: sich kleiner machen um zu passen; sich größer machen um zu dominieren; oder zu dienen um etwas zu bekommen. (Die englischen Begriffe sind “shrink-to-fit”, “expand-to-dominate”, or “serve-to-receive”.) Wie gesagt, sind wir uns dessen, wie diese drei Modalitäten in unserem Leben Unauthentizität erschaffen, aufrechterhalten und ausweiten, fast gänzlich unbewusst. Diese Modalitäten sind unser eigener Beitrag dazu, dass wir uns in unserem Leben chronisch als Opfer, ungeborgen, nicht erfolgreich oder unerfüllt fühlen.

Diese Strukturen sind übrigens auch dann unbewusst am Werk, wenn wir uns glücklich oder verbunden fühlen. Denn wenn das, was uns glücklich macht, durch das strategische Selbst entstanden ist und nicht durch das authentische Selbst, dann kann es unmöglich gesund sein! Da unser strategisches Selbst allgemein als völlig normal anerkannt wird, sind es und seine fatalen Folgen für eine wirkliche Herzensverbindung mit anderen praktisch unsichtbar geworden. Das macht uns für die Tatsache blind, dass jede Suche nach Glück (das nicht tiefgreifend hinterfragt wird) immer eine schmerzdämpfende Kompensation für unsere emotionale Urwertlosigkeit sein wird, bis wir eine perfekte Kindheit mit emotional reifen Eltern erlebt haben.

Woher wissen wir nun aber, ob wir aus dem strategischen Selbst heraus agieren oder nicht? Wir tun es in dem Ausmaß, in dem uns nicht bewusst ist, dass wir das Strategische Selbst sind. Wer wir wirklich sind, wartet im Verborgenen darauf, dass wir erkennen wie sehr wir aus dem strategischen Selbst heraus handeln. Denn erst dann kann es sich zeigen und uns einen Weg zu dem weisen, was wir auf einer noch tieferen Ebene entsprechend der Dynamiken unseres Seelenfeldes und anderer spiritueller Dimensionen, aus denen unser Sein besteht, sind.

Aber all dies macht das Strategische Selbst nicht „schlecht". Denn seine tiefsten Motive kreisen darum, unsere verborgenen Subpersonas durch Abhängigkeiten und Kompensationsmechanismen mit ausreichend Liebe und Sicherheit zu versorgen. Mit ihnen gleichen wir den Mangel an emotionaler Geborgenheit aus, der uns in der Kindheit fehlte, wo wir ihn so dringend gebraucht hätten. In diesem Sinne muss das Strategische Selbst für seine Rolle anerkannt und respektiert werden. Gleichzeitig müssen wir uns aber schonungslos weiter darum bemühen, ihm die Funktion des Alleingestalters unseres Lebens abzunehmen, ein neue erschaffenes, authentisches Selbst an seine Stelle zu setzen und ihm eine Rolle als Berater zuzuordnen, so dass es nicht mehr der alles beherrschende Monarch ist.

Wenn wir also kontinuierlich und ohne Ausnahme gefühlt hätten, dass unsere Eltern uns fühlten (was nie hundertprozentig gelingt), dann hätten wir erlebt, dass wir als das wahrgenommen worden wären, was wir sind und nicht als das, was wir tun oder wissen. Um in der Lage zu sein, diese fundamentale Dynamik in der Eltern-Kind-Beziehung zu gewährleisten, müssen Eltern sich darüber bewusst sein, dass dieses die einzig wirklich gesunde Möglichkeit ist Kinder groß zuziehen. Zudem müssen sie sich auch selbst auf die wahre Natur ihres Seins eingelassen haben und sich nicht mehr über das definieren was sie tun oder wie sie sich verhalten. Aber wie viele Eltern verkörpern dies wirklich?

Das ist der psycho-dynamische „Sturz aus dem Paradies“, den wir seit Urzeiten unangemessener Weise auf unsere religiösen Paradigmen übertragen haben.

Wir hatten nur deshalb das Gefühl, aus dem „Garten Eden“ unserer Kindheit „vertrieben“ worden zu sein, weil wir als Kinder ohne Verteidigungsmechanismen und Strategien und mit gänzlich offenem Herzen erlebten, dass unsere Erwartungen und Hoffnung darauf nicht erfüllt wurden, mit unseren ersten Göttern (den ersten Bezugspersonen) auf einer Herzensebene zutiefst verbunden zu sein. Wir fühlten uns betrogen, verlassen und aus unserer „Heimat“ verbannt – der vibrierenden Bindung an das Leben auf der stofflichen Ebene. Die Unfähigkeit fühlen zu können, dass unserer Eltern uns in den frühen Lebensstadien auf der Ebene der dynamischen und energetischen Herzensverbindung fühlen können, korrespondiert mit dem Gefühl, von einem elterlichen Gott „hinausgeworfen“ oder „verbannt“ zu werden.

Theohumanity ist das umfassende, spirituelle Paradigma, in das EBE eingebettet ist. Innerhalb dieser Auffassung hat der Schöpfer uns niemals auf Grund unseres Ungehorsams oder unserer „Schlechtigkeit“ verbannt. Nur ein aus den Projektionen unserer Neurosen und Kontrollmechanismen entstandener Gott würde so etwas tun. Das Lebendige, Göttliche Mysterium, aus Dem alles in jedem Moment hervorkommt, ist Liebe, nichts als Liebe.

Der Mangel, von unseren Eltern nicht gefühlt worden zu sein, hat nicht nur dazu geführt, dass wir als Ausgleich dafür ein strategisches Selbst entwickelten sondern auch dazu, tief sitzende Gefühle des Unerfülltseins, des Ungewolltseins und der Wertlosigkeit zu entwickeln - Gefühle der Scham über sich selbst. Es ist diese psychodynamisch entstandene Urwertlosigkeit und Scham, die dann in den Mythos vom Garten Eden projiziert wurde - als ob wir Menschen intrinsisch falsch wären oder wir eine Erbsünde abtragen müssten. Nachdem diese Vorstellung bezüglich unserer Erbsünde einmal entstanden war – so dass wir aus unserer Sicht Gott missfallen müssten – brauchten wir eine Art lebenslanger, ritualisierter und auf Urwertlosigkeit basierender Buße, um Gott trotz unserer „verdorbenen“, menschlichen Natur zufrieden zu stellen.

Die tragische Hinterlassenschaft dieses Mythos liegt in dem ungeheuerlichen, unverdienten Ausmaß an Verurteilung und Missbrauch, den Religionen und Philosophien an der heiligen Natur des Menschen begangen haben. Der Effekt dieses Missbrauchs an dem unschuldigen und unverdorbenen Herz der Menschheit - der sowohl auf grausame als auch subtile Weise zum Ausdruck kam - ist fast zu erschütternd, um ihn zu beschreiben. Im Wesentlichen hat er die Menschheit in zwei philosophische Lager gespalten, die seit Jahrhunderten miteinander im Streit liegen: säkularer Humanismus und mystisch orientierte Religionen oder Spiritualität. Dieser paradigmatische Riss zwischen dem, was wir als unsere menschliche und spirituelle Natur empfinden, war nie etwas anderes, als eine Konstruktion unseres strategischen Selbst. In Wahrheit gibt es nichts anderes als die eine Göttliche Natur des Menschen.

Aber das Strategische Selbst kann noch nicht einmal durch das abgesetzt werden, was wir seit Jahrtausenden Erleuchtung genannt haben - worin alle persönlichen Filter ausgelöscht werden, durch die wir die Realität erleben und uns als Individuum definieren. Selbst in dieser verfeinerten Umgebung des Bewusstseins wird es ohne einen wirksamen Weg, die Basis des strategischen Selbst zu heilen, immer das strategische Selbst bleiben, das die Erleuchtung erfährt - nicht das natürlich, authentische Wesen, das von all den wahrnehmbaren Veränderungen völlig unberührt bleibt.

Dementsprechend wird das Strategische Selbst auch nicht durch meditatives Auslöschen unserer Mechanismen der Selbstwahrnehmung oder die Bewusstseinsvereinigung mit der Universellen Liebe dekonstruiert und unsere „wahre“ Natur kann sich nicht zeigen. Obwohl Heilige und Weise seit Jahrtausenden etwas anderes glauben, ist der einzige Weg, wirklich unser wahres Selbst zum Vorschein zu bringen der, zuerst das strategische Selbst zu heilen und erst danach damit zu beginnen, unser Bewusstsein im spirituellen Sinne zu erweitern. Nur so wird sich uns die tiefste Wahrheit über unsere Natur offenbaren. Psychoemotionale, auf der Personenschaft beruhende Authentizität kann einfach nicht durch spirituelle Praxis erreicht werden. Die durch sie scheinbar tiefer werdende Authentizität ist nur eine Überarbeitung unseres unauthentischen, Strategischen Selbst und nicht seine Dekonstruktion.

Anders gesagt sind praktisch alle unsere Schwierigkeiten, unser Leid, unsere Frustrationen nicht deshalb da, weil wir intrinsisch sündig oder schlecht sind; nicht weil wir an die Illusion des individuellen Selbst glauben; nicht weil wir ein unangemessenes Glaubenssystem haben; nicht weil wir nicht wissen was Gott für uns will oder wie wir ihm dienen können; nicht weil wir nicht spirituell genug sind oder anderen nicht mehr „dienen“ als uns selbst; nicht weil wir nicht genug meditieren oder uns in Kontemplation üben; nicht weil wir uns nicht in irgendeiner Richtung genug anstrengen und mit Sicherheit nicht, weil uns die entsprechende Menge an Gehirnchemikalien fehlt.

Wir leiden, weil wir alle mit einem unauthentischen Gestalter unserer Lebenswahrnehmung durchs Leben gehen. Je weniger authentisch dieses Vehikel des Selbst ist, durch das wir unsere Erfahrungen filtern, desto weniger ist die tiefste, bedeutsamste Erfahrung des Lebens möglich. Und je authentischer diese Filterinstanz ist, desto tiefer können wir der Liebe begegnen und Erfüllung und Sinn erfahren.

Es ist wirklich so einfach. Egal wie sehr wir auch versuchen unserem unauthentischen Selbst zu entfliehen, es mental zu überdecken, es auf der Verhaltensebene zu verändern oder spirituell zu transzendieren - es wird uns immer folgen und wirksam alle Versuche darin begrenzen, unser Bewusstsein auszudehnen und zwar immer genau zu dem Grad, zu dem es unverarbeitet in unserem Emotionalkörper liegt. EBE geht davon aus, dass es eben genau die permanente Präsenz dieser falschen Form des Selbst ist, die den meisten von uns ein unerfülltes, „halbes" Leben beschert. Vergeblich suchen wir wirkliche Erfüllung und einen Sinn im Leben, ohne zu merken, dass es eine falsche und unauthentische Version von uns selbst ist, die das Leben wahrnimmt. Das heißt nichts anderes, als dass jeder von uns emotionale Heilung braucht, um das Strategische Selbst zu dekonstruieren.

Wenn wir wirklich an authentischer Selbstrealisation interessiert sind, dann müssen wir zweierlei tun: Erstens proaktiv die Schichten unserer emotionalen Urwertlosigkeit unter unserem strategischen Selbst erforschen und dann in einem zweiten Schritt diese innere Arbeit mit Veränderungen im Außen verbinden. In diesem Sinne ist EBE keine passive, reflektierende und perspektivierende Therapieform, die darauf wartet, dass Klienten von ihren Krisen und Situationen im Leben berichten, um sie auf die Wurzeln unbewussten Konflikts hin zu untersuchen. EBE untersucht die emotionalen Stauungen proaktiv - und zwar nicht als ein invasives, künstliches Modell, das den Klienten zwingt, sich mit unangenehmen Emotionen zu arrangieren. Sondern als liebevoll produktive Unterstützung, die unserem unbewussten Schmerz die Möglichkeit gibt sich zu zeigen, um zutiefst und heilend angenommen zu werden.

Es ist an der Zeit zu erkennen, was uns in Bezug auf die wahre Natur unseres Seins und die Art wie wir unserer Leben führen so verwirrt hat: wir haben nie wirklich die intrinsische und grundlegende Rolle des Emotionalkörpers in unserem Leben gesehen und anerkannt. Selbst die Psychologie, die die menschliche Beschaffenheit erst seit ein wenig mehr als Hundert Jahren erforscht, ist allgemein mit den meisten ihrer Paradigmen schlecht dafür ausgerüstet, den Emotionalkörper zu verstehen oder damit zu arbeiten. Deshalb sind Therapieergebnisse häufig unvollständig und unvorhersehbar. EBE bietet die erste umfassende und psychologische Landkarte der Architektur des Emotionalkörpers - und einen Weg zu anhaltenden Zuständen emotionaler Reife.

Und so hängt unsere Fähigkeit, das psychoemotional heilende Paradigma zu verkörpern, das von EBE angeboten wird davon ab, dass wir in der Lage sind, proaktiv zu unserer unbewussten, emotionalen Landschaft einen Zugang zu finden, sie zu erforschen und zu heilen. Denn sie liegt unter der bewusst gefühlte Realität unseres unauthentischen, falschen Selbst - das verhindert, dass die dort verborgen liegenden Emotionen verarbeitet werden können. Ohne diesen Zugang werden wir niemals die unbewussten Motive entdecken, die aus unserer Urwertlosigkeit und Scham heraus die Strukturen unseres Strategischen Selbst steuern.

Was praktische Therapie angeht, ist die psychologische Diagnose der Ursachen und die Behandlung dysfunktionaler und destruktiver Verhaltensmuster im Moment ein Eintopf aus vielen traditionellen Konzepten - vor allem denen von Freud, Jung, Adler, Ellis, Perls, Wolberg, Erhard, Maslow, Brandon, Bradshaw und Hendrix. Jede dieser Perspektiven schneidet den Kuchen der menschlichen Persönlichkeit anders an und verwendet unterschiedlich geformte Messer des Verstehens, was zu unterschiedlichen Diagnosen der Definition, Ursache und Behandlung menschlicher Psychopathologie führt. EBE schneidet den Kuchen mit seinem eigenen, zwölfschneidigen Messer und bringt bestimmte philosophische, spirituelle und psychologische Ansätze zusammen und wendet sie auf eine neue Weise an.

Eine der neuen Prämissen von EBE ist, dass praktisch alle bisherigen therapeutischen Modelle sich nur um den Zugang und die Behandlung unserer Gefühlsstauungen bemühen und nicht um die psychologischen Aspekte oder Subpersönlichkeiten, die diese emotionalen Verstopfungen tatsächlich haben. Diese Unterscheidung betrifft den Kern psychotherapeutischer Prinzipien und Prozesse - und führt zu einem grundsätzlichen Umdenken bezüglich dessen, was Heilung im Gegensatz zur lediglichen Behandelung von Symptomen eigentlich bedeutet. Anders gesagt versuchen andere psychotherapeutische Modelle ihren Klienten durch freie Assoziationen, Hypnose, Umstrukturierung von Glaubenssystemen, Verhaltensveränderungen, Druckpunktauslöser am Körper und andere Ansätze, Zugang zu ihren emotionalen Konflikten zu verschaffen. Auf diese Art kann der Klient dann eine neue und bewusste Beziehung zu seinem emotionalen Konflikt aufbauen und so Veränderungen initiieren.

EBE dagegen geht davon aus, dass nur dann, wenn eine bewusste Beziehung mit der Subpersona geschaffen wird, die den eigentlichen Inhalt unseres emotionalen Leids hat und nicht nur mit dem Leid selbst, die Subpersona eine heilende Beziehung mit ihren Konflikten aufbauen kann. Erst dann ist fähig, sich davon zu ent-identifizieren selbst das Konflikt-Gefühl oder –Erlebnis zu sein und damit zu beginnen, dieses Gefühl zu fühlen statt es zu sein - was den ursprünglichen Konflikt endlich auf einen neue Ebene bringt. Wenn diese emotionalen Realitäten mit einem Therapeuten erlebt werden, von dem der Klient sich wirklich gefühlt fühlt, kann die Subpersona den Konflikt zu einem neuen Ergebnis, einer neuen Lösung bringen.

Erst in einem solchen Rahmen wird die Realität dieser emotionalen Struktur vollends geehrt. Es geschieht also genau das, was in der Kindheit nicht passiert ist, weil die Eltern emotional nicht in der Lage waren gänzlich und auf authentische Weise für die emotionalen Bedürfnisse des Kindes da zu sein, was die Fixierung überhaupt erst ausgelöst hat. Durch diesen Bestätigungsprozess und die darauf folgende Entlastung, entstehen endlich gesunde Egogrenzen, die die Egowiderstände oder -verteidigungen von früher ersetzen. Nur dann können sich stagnative oder destruktive Verhaltensweisen auflösen, die auf der Grundlage der auf Angst basierenden Egoverteidigungen entstanden sind, da das neue Fundament gesunder Egogrenzen den Bau eines neuen Gebäudes des Selbst, mit neuen Verhaltensweisen erlaubt.

So ändern wir unser Leben durch die Heilung von emotional gestauten Fixierungen in unseren Emotionalkörpern von innen nach außen. EBE geht davon aus, dass nur die Kultivierung einer langfristigen Beziehung mit unseren unbewussten Subpersonas - die die feststeckenden und gestauten Gefühle haben, die wiederum in unseren problematischen äußeren, stagnativen oder selbstdestruktiven Verhaltensmustern münden - diese Muster vollkommen auflösen kann.

In diesem Sinne sagt EBE auch, dass wirkliche Selbstachtung nichts damit zu tun hat ob wir uns gut fühlen, sondern ob wir uns als wir selbst echt und authentisch fühlen. Wenn unsere Subpersonas ausreichend aus dem Nebel des Strategischen Selbst herausgelöst und differenziert sind, können wir mit ihnen eine liebevolle und langfristige Beziehung aufbauen, in der sie fühlen können, dass wir sie fühlen. Während sich dies entwickelt, bildet sich die wahre Selbstliebe des gesunden Egoismus, was Theohumanity als Zustand der Personenschaft beschreibt.

Also wird unser bewusstes Selbst sich nie vollständig von der Wertlosigkeit erholen, die uns unsere Herkunftsfamilie vermittelt hat, wenn wir keinen Zugang zu unserer inneren Familie der Subpersonals haben - die von der Präsenz unserer strategischen Formen des Selbst überdeckt werden – uns nicht mit der komplizierten Natur ihrer Belange auseinandergesetzt und ihre Ursache emotional gelöst haben. In diesem Sinne ist EBE sowohl ein umfassender Rahmen für eine Reihe von anderen Therapieformen als auch ein allein stehender Prozess, der mit einer Reihe von anderen Techniken und Perspektiven kompatibel. Da EBE einen neuen und einzigartigen Prozess bezüglich der Form und des Inhalts unseres unbewussten Leids anbietet, liefert es den kritischen, strukturellen Schlüssel um sicherzustellen, dass in unserer unbewussten, emotionalen und verstopften Landschaft unter jeden einzelnen Stein geschaut wird.

In diesem Sinne hilft uns EBE, einen Urwert emotionaler Reife zu entwickeln, indem wir langsam die verzerrenden Realitätsfilter dekonstruieren, die durch die Wahrnehmung unseres strategischen Selbst vermittelt werden. Und emotional reif zu sein hat nichts damit zu tun fehlerfrei oder perfekt zu sein. Es geht vielmehr darum stark genug zu sein, um so durchlässig sein zu können, unsere Unvollkommenheit anzunehmen und keine Angst mehr zu haben oder uns zu schämen, wenn wir unser nacktes, urauthentisches Selbst mit der Welt teilen - unsere inneren Realitäten immer für andere durchsichtig sein lassen.

Wenn also unser strategisches Selbst ein Kunstprodukt ist - entstanden durch unsere defensiven Reaktionen auf die Unfähigkeit unserer Bezugspersonen, uns fühlen zu können - dann ist die authentische Version von uns nach wie vor vorhanden. Sie ist nur durch das strategische Selbst verdeckt und kann demzufolge auch wieder zum Vorschein kommen. Das tritt durch das Erschaffen einer Dynamik ein, in der unsere innere Familie oder der Stamm der Subpersonas – die durch EBE zugänglich und verkörperbar sind – jemandem begegnen, der sie wirklich fühlen kann. Dann stehen sie wie der Phoenix aus der Asche der Dekonstruktion des strategischen Selbst auf und wachsen in unser Herz und Leben und bescheren uns einen neuen Blick auf die menschliche Realität.

In den Kindheitsphasen unserer Menschheitsgeschichte war der Stamm oder das Kollektiv der kulturelle und umfassende, paradigmatische Kontext, dem die Bedürfnisse des Einzelnen untergeordnet waren. In der Teenagerphase, die mit der Renaissance begann und bis heute andauert, fangen die Bedürfnisse des Individuums an, ohne die Schirmherrschaft des Stammes oder Kollektivs, lautstark ihre Unabhängigkeit von Autoritäten einzufordern. Aber um wirklich die Erwachsenenphase der Menschheit zu erreichen, müssen wir das alte Paradigma von Gruppen- oder Kollektivautoritäten als eine jüngere, jetzt vergangene Entwicklungsära absetzen, die nicht länger anwendbar ist.

Stattdessen geht es darum, die Fähigkeit zu entwickeln, mit unserem inneren Stamm oder Kollektiv zu arbeiten - nämlich den Subpersonas, die die Architektur unseres Emotionalkörpers ausmachen. Nur wenn diese bewohnt sind und ihre Konflikte ausgearbeitet wurden, können wir die einzige reife Form äußeren oder kollektiven Zusammenlebens entwickeln, die es jemals geben kann: ein soziales Miteinander, das nur aus Menschen besteht, die zu emotionaler Reife gewachsen sind und damit endlich gesunde Beziehungen mit anderen eingehen können, basierend auf der Grundlage universeller Kriterien für psychodynamisch gesunde Motive menschlicher Interaktion.

Diese Loslösung von dem ewigen Versuch unser Selbst durch äußere, kollektive oder Gruppenkontexte zu heilen – was nicht funktionieren kann – bedeutet auch, dass wir wahre emotionale Reife nicht durch den Versuch erreichen können, hauptsächlich durch unsere Beziehungen zu Heilung zu gelangen, v.a. wenn es sich dabei um intime Beziehungen handelt. Denn besonders Partnerschaftsbeziehungen liegen immer stromabwärts von unserer individuellen Unreife und in diesem Sinne sind sie lediglich Ausdruck unserer unreifen Versuche, auf koabhängige Weise den ungeheilten Mangel aus der Kindheit von einem erwachsenen Partner befriedigt zu bekommen. Der Versuch, das Selbst in intimen Beziehungen von außen nach innen oder vom anderen zu sich selbst hin zu heilen, ist immer zum Scheitern verurteilt und nicht nur weil es im Namen persönlichen Wachstums blindlings eine ungesunde Koabhängigkeit legitimiert, sondern vor allem, weil es die wahre Richtung wirklicher Heilung - nämlich von innen nach außen, und vom Selbst zu anderen – völlig verdreht.

In der Geschichte unserer Menschheit war das strategische Selbst somit der Urheber zahlloser, wunderschöner Kunstwerke, erstaunlicher athletischer Leistungen, tiefer philosophischer Einsichten in den Sinn des Lebens und unglaublicher Kenntnissen im Bereich von Wissenschaft und Technik. Aber man stelle sich vor, in welchem Ausmaß unser menschliches Potenzial für Liebe und Weisheit wachsen könnte, wenn unsere Ziele nicht mehr nur äußere Kompensationen wären, um uns selber einen inneren Wert zu geben, sondern Ausdruck eines inneren Wertes, den wir bereits hätten.

Wir sind verwirrt, wie wir als spirituelle Wesen in menschlichen Ausdrucksformen existieren können. Der Kern dieser Verwirrung liegt in dem fortwährenden Versuch, das Schwert aus dem Stein zu ziehen - also zu denken, wir müssten unseren Geist davon befreien, als unperfektes Selbst auf Erden gefangen zu sein. Das Geheimnis der Lösung ist aber folgendes: das Beenden des Widerstandes dagegen, ein Bewohner auf Erden zu sein und unser Excalibur-Schwert des göttlichen Funken weiter in den Stein der Erde und des Selbst hineinzuversenken. Wenn wir dies tun, werden wir feststellen, dass unser göttlicher Funke uns „nach unten“, in den Kern unseres Wesens zieht und dass die Hingabe an diesen Zug nach unten eigentlich ein Aufsteigen in die Fülle des Lebens ist. Unsere wahre Natur ist unter unserer Angst begraben, bis wir herausfinden, dass es nicht Macht bedarf, um sie zu befreien, sondern die Kraft eines unschuldigen Herzens, dem wir folgen können, wenn es uns zu unserem Schicksal führt.

Wenn wir dies tun, erkennen wir, dass wir selbst es waren, unsere eigene Tapferkeit und unsere Wunden / our own bright valor pierces and wounds, die in Angst eingesperrt blieben. Und indem unser eigener, neuer, innerer König das göttliche Recht der Regentschaft über sein Haus auf der Erde übernimmt, begegnen wir schließlich einem Königreich, indem sich Magie und Mensch vereinigen, das Feuer des Drachens und der Atem Gottes eins und unsere Kreuze der Last zu Schwingen der Freiheit werden, sich unsere Dornenkronen in diamantene Diademe verwandeln, und ein neu erreichter Herzensfrieden als lebendiger Ausdruck des Schöpfers durch das Göttliche Menschsein auf der Erde regiert.